„Good Morning VIETNAM“ – Reiseblog Sabine

Meine Familie und ich waren 17 Tage zu Besuch in einer anderen Welt. Ja, es war der gleiche Planet, aber doch ein anderes Universum. Wir haben uns die Reisfelder im Norden angesehen und eine Einheimische der dortigen Minderheiten war für zwei Tage unser „Guide“. Sie hat uns unglaublich viel über die Gebräuche und Traditionen erzählt, die sich sehr von unseren unterscheiden. Wir haben diese traumhafte, satt-grüne Landschaft in uns aufgesogen und waren überrascht, wie weit der Tourismus auch in dieses Eck schon vorgedrungen ist. Natürliche Wasserfälle und das Dorf rundherum wirken ein wenig wie ein „asiatisches Disneyland“. Und ein Stückchen weiter gibt es tatsächlich noch ursprüngliche Hütten und gewachsene Dörfer.

Wir waren Kajak fahren in der Halong Bucht und haben gehört, dass dieses Stückchen Erde deshalb entstanden ist, weil dort vor langer, langer Zeit ein Drache gelandet ist, dem es so gut auf diesem Fleckchen gefiel, dass er nicht mehr in den Himmel zurückkehren wollte.

Obwohl die meisten Vietnamesen offiziell keiner bestimmten Glaubensrichtung angehören, glauben sie (fast) alle an eine höhere Macht. Vietnam ist voller Geschichten, Symbolen, Fabeltieren und alles und jeder hat eine „Bedeutung“. Vor allem die jungen Menschen sind offen, freundlich und sehr interessiert am gegenseitigen kulturellen Austausch. Wir haben eine Moped-Tour in Hanoi mit 4 vietnamesischen Studentinnen gemacht und durften dabei eine Menge über die Geschichte und ihre Menschen lernen.

Dankbarkeit und Demut sind zwei markante Eigenschaften, die mich in Vietnam besonders berührt haben. Das Ego des Einzelnen ist nicht so groß wie in unserer westlichen Gesellschaft. Der Verkehr in Hanoi mit seinen Millionen Mopeds wirkt chaotisch, aber alles fließt, weil jeder langsam fährt und Rücksicht nimmt. Gehupt wird pausenlos, eher als „Vorwarnung“ – und nicht „aus-dem-Weg-hier-komm-ich“. Am ersten Tag fragt man sich, wie man die Straßenseite wechseln kann, ohne überfahren zu werden. Der Tipp von einer Einheimischen: „Augen zu und einfach gehen, nicht stehen bleiben und auf keinen Fall zurückgehen“. Es hat wunderbar geklappt, denn alle weichen aus oder werden langsamer!

Ich möchte meine Gelassenheit bewahren, meine Dankbarkeit zeigen und spüren. Demütig auch die kleinen Wunder, die jeden Tag passieren, achten. Freundlichkeit und Offenheit leben und mich selbst nicht zu ernst nehmen.

In diesem Sinne wünsche ich euch noch einen wunderschönen Sommer mit vielen spannenden und erkenntnisreichen Eindrücken und Erlebnissen!

Eure Sabine