Der Ärger mit dem Ärger

Wir kennen alle die Situation, dass uns jemand so derart ärgert, dass wir den ganzen Tag und die halbe Nacht darüber nachdenken. So eine negative Emotion kann einen wirklich demotivieren und lange Zeit beschäftigen.

Mag der Grund unseres Ärgers auch noch so gerechtfertigt sein und eine andere Person sich auch noch so daneben benehmen, bleibt es doch ein rein inneres Phänomen.

Kein Mensch dieser Welt hat so viel Macht über uns, dass er entscheiden kann, wann wir uns ärgern.

Er kann durch sein Verhalten eine negative Reaktion in uns auslösen, aber er kann sie nicht entstehen lassen.

Das können wir nur selbst und das wissen wir auch. Dennoch gelingt es uns nur sehr selten den Ärger loszulassen. Er entsteht immer wieder aufs Neue, selbst dann, wenn die andere Person gar nicht mehr anwesend ist. Versuchen wir den Ärger gewaltsam zu unterdrücken, wird er noch mächtiger.

Mein Tipp:

Wenn Dich eine negative Emotion nicht loslässt, schließe die Augen und nimm ein paar kräftige Atemzüge. Gehe mit Deiner Aufmerksamkeit nach innen und stelle fest, wo sich die Emotion im Körper bemerkbar macht. Ist es ein Pochen im Kopf, ein Druck auf der Brust, eine Enge im Halsbereich oder eine andere Stelle, an der sich eine Veränderung zeigt. Beobachte einfach, was du fühlst. Bewerte das Beobachtete nicht, sondern stelle einfach sachlich fest, welche Signale Dir Dein Körper sendet. Nimm diese an und akzeptiere sie, auch wenn sie unangenehm sind.

Das Gleiche machst Du bei Deinen Gedanken. Beobachte, welche Geschichten diese hervorbringen. Lasse Dich aber nicht darin verstricken, füge keine neuen Gedanken dazu, sondern betrachte sie, als würdest Du Dir einen interessanten Gegenstand ansehen.

Wenn Du dies eine geraume Zeit gemacht hast, lenke Deine Aufmerksamkeit in das Zentrum Deines Bewusstseins. Das bedeutet, dass Du Deine Aufmerksamkeit dem Bereich widmest, der die Emotionen und die Gedanken beobachtet.

Was ist in Dir, dass überhaupt feststellen kann, dass es Emotionen und Gedanken gibt?

Es ist eine wache, aufmerksame Leere in dessen Raum die Emotionen und Gedanken kommen und wieder gehen. Es ist das Reich des reinen Bewusstseins, der Sitz Deines innersten „Ich bin“. Der Raum, in dem Veränderungen stattfinden, der sich aber selbst nicht verändert. Wenn Du mit Deiner Aufmerksamkeit in diesem Bewusstseinsbereich bleibst, wirst Du eine sehr angenehme Stille bemerken, die von den äußeren Unannehmlichkeiten unberührt bleibt. Sich dieser stillen Präsenz bewusst zu werden, ist der Schlüssel zur Umwandlung von Schmerz. Die negativen Emotionen und Gedanken werden nicht gleich verschwinden und sie werden wieder kommen, aber sie verlieren zunehmend die Macht über dich. Du hast dann in Dir einen Bereich erkannt, der viel kraftvoller ist als Deine aufkommenden Gedanken und Emotionen.

Möge ein bewusstes Herz Dein ständiger Begleiter sein.

Wolfgang Wieser

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