Über Sandra Kietreiber

Autorin bei Bücher mit Herz Mödling

REISEBLOG 6 #couchsurfen

#FROMEUROPETOHAWAII #BUECHERMITHERZ #SANDRAFOLLOWSHERHEART #INFLUENCERBITOLDER

Couchsurfing-Premiere auf Sardinien

Couchsurfen – eine neue Welt eröffnet sich für mich

Das Buch „Mit 50 Euro um die Welt“ von Christopher Schacht – bewegend und inspirierend – führte mich in die Welt des Couchsurfens. Es erzählt von einem jungen deutschen Burschen, der eine 4-jährige Weltreise machte. Sogleich lud ich mir die im Buch angeführte Couchsurfing-App herunter und registrierte mich, um näher in die Erfahrung des „Low-Budget“-Reisens hineinzuwachsen.

Auf meiner Reise #fromeuropetohawaii hatte ich nun bereits einige Male die Gelegenheit, in diese neue Welt einzutauchen. Couchsurfing ist übrigens ein kostenloses Übernachten in Wohnungen oder Häusern anderer Mitglieder eines gleichnamigen Netzwerks im Internet.

Couchsurfing-Premiere auf Sardinien

Schon Wochen vor meiner Abreise suchte ich auf der Couchsurfing-App nach Möglichkeiten einer Übernachtung. Doch einfach war dies nicht wirklich. Schon früh nämlich stellte ich fest, dass es unter Millionen von App-Nutzern gar nicht so selbstverständlich ist, eine Zusage für eine passende kostenlose Unterkunft auf der Couch zu finden:

  • entweder die Leute antworten gar nicht – was erfahrungsgemäß meistens der Fall ist
  • oder sie antworten, wenn es bereits zu spät ist,
  • doch häufig bekommt man sehr freundliche Absagen, dass es zeitlich nicht passt,
  • und im seltensten Falle bekommt man eine Zusage.

Mutige Schritte

Die erste Zusage bekam ich von Ines auf Sardinien. Kurz bevor ich von meiner ersten Destination auf Monteleone Rocca Doria abreiste, wollte ich mich nochmal bei Ines erkundigen, ob alles klar ist, denn sie reiste vor meiner Ankunft in Asien herum. Doch sie meldete sich nicht. Ich wurde nervös und musste nochmal auf der CS-App nachforschen. Von vielen Anfragen meldete sich ein einziger mit einer Zusage: Marcello!

Will ich das wirklich? Ein Mann, und meine erste Couchsurfing-Erfahrung? Doch ich hatte keine andere Wahl! Hotels waren für mich nicht leistbar. Günstigere Unterkünfte oder Hostels konnte ich auf Booking.com und Co nicht finden. Was blieb mir also übrig?! Marcello hatte an die 300 positiven Bewertungen! Beruhigend??? Irgendwer erzählte mir, dass man Bewertungen auch kaufen kann – huch, ich glaub das jetzt einfach mal nicht, denn Marcellos Account schien mir durchaus seriös zu sein. Ich erinnerte mich sogleich an mein Schlüsselwort: VERTRAUE!

Nicht nur ich wollte sicher gehen, denn nachdem ich zugesagt hatte, war es Marcello, der vorab mit mir telefonieren wollte, um mich kennenzulernen – so plauderten wir in einem Mix aus Englisch und Italienischem Kauderwelsch. Er stellte mir ein paar Fragen, mit denen er bei jedem Couchsurfer vor Ankunft aufwartete. Er wollte wissen, welche drei Schlagworte mich beschreiben würden. Spontan wie ich antworten musste, fiel mir ein: offenherzig, ehrlich, flexibel. „Mutig“ wäre wohl im Zusammenhang mit dieser ersten Couchsurfing-Erfahrung noch passender gewesen!

Mmhh, welche Eigenschaften würden dir, lieber Leser, für dich spontan so einfallen? Marcello verriet mir auf meine Frage hin auch seine drei Eigenschaften: colorful, open-minded, friendly. Colorful war das erste, was ich sofort als ich in seine Wohnung kam bestätigen konnte. Alles bunt, gelbe und rote Wände, bunte Decken, eine Single-Wohnung, die kuntabunt und auf eine nette Art auch durcheinander wirkte.

Marcello wohnte in Olbia, was für mich infrastrukturell weitaus günstiger lag, da ich nach diesem Aufenthalt von Olbia die Fähre nach Rom gebucht hatte, um meine Tochter während ihrer Rom-Sprachreise zu besuchen. Da wir spontan entschieden, auf ein Eros Ramazzotti Konzert zu gehen, blieb ich schlussendlich nur diese eine Nacht bei Marcello. Auf seiner Gitarre spielte er mir an dem Abend extra für mich meinen Eros, obwohl er seine Musik gar nicht mochte, sangen wir gemeinsam „Terra Promessa“ und hatten Spaß dabei. Meine Nacht verbrachte ich auf der Wohnzimmer-Couch, eingewickelt in meinen Schlafsack, da es doch sehr kühl war, nahm ich mir noch eine seiner etwas schmuddeligen Decken, die ich vorsichtig über den Schlafsack legte.

Hausregeln

Marcellos einzige Hausregel war, dass es keine Hausregeln gab, und ich solle mich fühlen wie zu Hause und einfach nehmen, was ich brauche. Als Dankeschön habe ich ihm ein wenig die Wohnung gereinigt, ein paar Früchte und Gemüse für seinen Kühlschrank eingekauft und ihn zu der kleinen Theater-Aufführung am Hafen eingeladen.

Wenn man eine Gegenrechnung aufstellt im Vergleich Hostel und Couchsurfing, kann ich nicht behaupten, dass Zweiteres alles in allem günstiger war. Aber in jedem Falle war es eine wertvolle Erfahrung! Am nächsten Tag kam die junge Leonie aus Deutschland als Couchsurferin, mit der ich erfreulicherweise wieder einmal in meiner Sprache plaudern konnte. Leonie faszinierte mich, wie sie lebt und alleine reist und welch weise Einstellungen sie schon in jungen Jahren hat.

Couchsurfen bei Pisa

Meine nächste Couchsurfing-Erfahrung war eine typisch italienische Familie in der Nähe von Pisa. Die zwei Töchter im Teenie-Alter waren entzückend und haben sich vorbildlich benommen. Immer wenn sie merkten, ich komme beim Italienisch-Sprechen nicht mit, haben sie – auch im gemeinsamen Gespräch unter der Familie – gleich Englisch gesprochen, damit ich sie leichter verstehen konnte.

Ihr Vater hat uns abends einen herrlich leckeren Fisch mit Salat zubereitet, ich stellte den Wein zur Verfügung.

Der schwarze Kuschel-Kater „Gatta“ (was so viel wie „Katze“ heißt) schlief nachts nicht nur BEI mir, sondern AUF mir auf der Couch. Fragt sich: „Wer war da bei wem couchsurfen?“

In den vier Wänden von fremden Leuten Zeit zu verbringen ist eine Sache, und dann noch auf der Couch zu übernachten eine andere! Nicht jedermanns Sache! Doch man bereut nichts! So viel wage ich zu versprechen. Es waren anfangs wie auch beim ersten Couchsurfen gewöhnungsbedürftige Stunden, doch nach näherem Kennenlernen eine wahrhaftig bereichernde Zeit. Und es ist es wert, über seinen Schatten zu springen, offen zu sein für das Neue, für das Fremde, für das Einfache – man bekommt so viel zurück.

Couchsurfen am persönlichen Jakobsweg in Österreich

Nach meiner Mariazell-Pilgerung wollte ich den Jakobsweg weitergehen. Während dieser Pilgerung nach Salzburg durfte ich zweimal Couchsurfen. Je eine Nacht – einmal bei Alena mit ihrem süßen Baby und ihren Eltern, die sich alle liebevoll um mein Wohl gekümmert haben – ich hatte Luxus pur mit einem eigenen Zimmer und eigenem Bad im Dachgeschoß. Es war mir übrigens bei jeder Suche sehr wichtig, dass ich ein eigenes Zimmer habe – diesen Wunsch kann man in der App bei der Suche auswählen. Wenn es an Angeboten mangelt, hilft halt nur, diese Option wegzuklicken.

Doch auch bei meiner nächsten Gastgeberin hatte ich Glück mit einem eigenen Zimmer. In Oberösterreich hatte ich das Vergnügen, auf einem Bio-Bauernhof bei Vlora unterzukommen, wo ich sogar zum ersten Mal eine Ziege melken durfte.

Was für eine liebevolle Begegnung. Ich konnte viel lernen, Vlora ist eine sehr weise Frau, nicht nur was das Landwirtschaftliche betrifft, sie hat mir auch weises Wissen fürs Leben mitgegeben.

Den Attersee entlang gepilgert, durfte ich als nächste Schlafstätte in St. Gilgen am Wolfgangsee couchsurfen. Ein junges Mädchen im Alter meiner Töchter war selbst auf Reisen und bat ihre Mutter als Dankeschön und Gegenleistung in der Couchsurfing-Community, mich als allererste Couchsurferin aufzunehmen. Mit Gabi konnte ich über Gott und die Welt plaudern, wir hatten einige Gemeinsamkeiten entdeckt, vor allem was so manche Herausforderungen im Leben betrifft. Ihr Schicksal war für mich ein weiteres Zeichen, dass ich meine Reise abbrach und zurück zu meinen Kindern kehrte.

Couchsurfen in St. Gilgen am Wolfgangsee

Es ist zwar überall im Leben so, das man wundervollen Menschen begegnet, wenn man offen dafür ist (weil wir alle wunderbare schöpferische göttliche Wesen sind), Menschen, die einem Interessantes über das Leben und über sich selbst erzählen, doch auf einer solchen Pilgerung und beim Couchsurfen sind derartige Begegnungen noch intensiver und häufiger, wage ich zu behaupten. Vielleicht weil man auf so einer Reise automatisch offener dafür ist. Und weil man mehr Zeit hat, sich auf den Menschen einzulassen.

Couchsurfen in Paris

Nach Salzburg im Juni brach ich also meine Pilgerung ab und stornierte meine Flixbus-Buchung nach Paris wie auch die gebuchte Couchsurfing-Familie, die mich aufnehmen wollte – warum es „manchmal anders kommt als man denkt“ habe ich bereits in meinem vorigen REISEBLOG berichtet.

Couchsurfing-Familie in Paris

Im Juli durfte ich nun doch noch meine davor schon geplante Couchsurfing-Familie in der Stadt der Liebe beehren. Christine, die Mutter des Jungen, der mir auf der Couchsurfing-App zusagte, nahm mich – wie schon Vlora – als erste Couchsurferin auf. Auch bei ihr faszinierte mich ihr Vertrauen: „Da kann ich mir noch etwas abschauen!“, dachte ich mir. Ich durfte mich dort wie zu Hause fühlen.

Die ganze Familie war unglaublich hilfsbereit, sodass mein Low Budget-Trip im teuren Paris menschlich gesehen zu einem sehr wertvollen Luxus-Trip wurde. Paris wäre ohne Couchsurfen für meine Börse in jedem Falle Luxus geworden, ich hätte mir wohl nichtmal in einem Hostel Paris leisten können.

Couchsurfing Paris – Sohn stellte mir sein Zimmer zur Verfügung

Emmanuel stellte mir während seiner Reise zum Nordkap sein freundliches Zimmer und Bett zur Verfügung. Ich wurde verwöhnt mit gemeinsam gekochten Essen, wobei Christine mir mehr lernen, als ich helfen konnte.

Referenzen

Wiesen-Couchsurfen – Nachmittags-Chillen am Eiffelturm

Nach dem Couchsurfen ist es üblich, dass man sich gegenseitig eine Referenz schreibt. Bei meiner liebenswerten Pariser Familie, wo ich

die meiste Couchsurfing-Zeit verbracht hatte, fassten wir unsere bedeutsamen Stunden und Tage wie folgt zusammen – wobei ich die meinigen Worte auf deutsch zum Ausdruck brachte:

So eine liebevolle Familie, ich wurde sehr herzlich aufgenommen, hab mich schnell eingelebt, als wäre es mein Zuhause, hatte bereichernde Stunden mit den Eltern. Bin sehr dankbar dass Christine auch deutsch spricht, da mein Englisch nicht so gut ist.

Couchsurfen in Paris – fasziniert von der Handwerkskunst von Christine

Wir haben gemeinsam gekocht, ich habe gelernt wie man französische Crêpes macht und leckere gesunde Mahlzeiten zaubert. Fasziniert hat mich auch die liebliche Gestaltung der Räume mit viel Holz und den selbst gemachten Keramik-Figuren.
Vielen Dank für eure Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft!

Christine schrieb: We had a very nice time with Sandra. We spoke either in German or in English. I liked her discussion and the stories about her Book and of her life. Travelling like she does, is very impressive! Incredible! I wish her to follow her intuition and the signs as she does ! All the best. 

Sie wünschte mir also, dass ich meiner Intuition und den Zeichen weiterhin folge. Was ich auch tat, so gut es mir gelang.

Schnupper-Jakobsweg in San Sebastian/Spanien

Couchsurfen in San Sebastian

Auf meinem Trip von Paris über Bordeaux, nach La Rochelle bis an die Spanische Küste nach San Sebastian, wo ich einen genialen Schnuppertag lang den Jakobsweg mit Blick auf den Ozean machen konnte, durfte ich ein letztes Mal auf diesem Reiseabschnitt eine wunderbare Cochsurfing-Erfahrung machen.

Blick auf San Sebastian

Meine Gastgeberin war ein junges Mädchen, in ähnlichem Alter wie meine Töchter, das ich bereits in Wien auf dem Donauinselfest kennenlernen durfte. Sie legte mir vor meiner Ankunft schon einen Plan zurecht, was ich alles besichtigen könnte, da sie während meines Aufenthaltes arbeiten musste.

Am 22. Juli flog ich von Bilbao zurück, nach einem kurzen Zwischenstopp in meiner Heimat ging es schon weiter nach Kärnten.

Warum? Ich hatte wieder große Lust auf Musica Italiana, das war diesmal der Grund, warum ich meine Reise nicht wie eigentlich geplant nach Porto fortsetzte, sondern ich mich fragte: „Warum denn in die Ferne schweifen, wenn mein EROS doch so nah war?“ Once again: nach Wien und Rom zog es mich nochmal zur Eros Ramazzotti-Tour auf den schönen Wörthersee.

Roadtrip und Couchsurfen im Kleinwagen – hier am Keutschachersee

Low Budget am Österreich Roadtrip

Mein Budget war jedoch schon ziemlich geschröpft und ich fand trotz langem Suchen einfach keine günstige Unterkunft und bekam nach unzähligen Anfragen auf der Couchsurfing-App keine Zusage. So musste ich mich um eine andere günstige oder kostenlose Schlafmöglichkeit umsehen, wenn ich weiterreisen möchte.

Couchsurfen etwas anders, im Kofferraum des eigenen Autos …

Die Idee war gedanklich schon davor geboren: „Wenn ich schon mit dem Auto fahre, möchte ich es auch mal als Übernachtungsstätte nutzen!“ So nahm ich auch meinen Schlafsack und die dicke Yoga-Matte von daheim in meinem kleinen Kia mit. Aber wo kann und darf ich mich mit dem Auto hinstellen, ohne Gefahren oder Verboten ausgesetzt zu sein? Ich machte mich schlau im Internet…

Heilige Stätte beim Stift mit Blick zum Längsee

Die spannenden Details zu meiner ersten Übernachtung am Parkplatz des Stiftes mit Blick auf den Längsee in meinem Auto kannst du in weiterer Folge in meinem in Arbeit befindlichen Buch „FEtH“ nachlesen… Die Nacht war jedenfalls ereignisreich und anstrengend, voller Mut und Vertrauen, ich berichte über natürliche Bedürfnisse, Träume, lästige Insekten und andere Tierchen, die über mein Auto liefen… Es hat irgendwie auch Spaß gemacht, es war Abwechslung und Abenteuer pur. Und trotz gewisser Ängste fühlte ich mich im geschützten Bereich dieser Heiligen Umgebung eines Stiftes wohl behütet.

Wie geht es weiter?

Wo es mich noch hingetrieben hat? Wo ich im noch im Auto übernachtet habe? Wie es ist als Frau alleine FKK zu baden? Wie es für mich war in einem Kloster zu übernachten?Welche erkenntnisreichen Momente und lehrreichen Herausforderungen es sowohl auf meinen Reisen als auch in der Zeit danach gab? Wie steht es um die Gefühle und die Liebe auf Reisen? Dies und vieles mehr erzähle ich in meinem in Arbeit befindlichen Buch „FEtH – From Europe to Hawaii“?

Bis zur Fertigstellung wird es weitere REISEBLOGS geben. Wer weiteren Lesestoff benötigt, für den haben wir bei „Bücher mit Herz“ viele wertvolle Bücher mit Botschaften, die dein Herz öffnen und dir helfen können, deine Herausforderungen besser zu meistern. Mein erstes Buch „alles hat SINN im abenteuer leben“ erzählt die Geschichte von Selina Leone, die auch durch Botschaften aus Büchern den Weg aus ihrem Leid und der Opferhaltung fand.

Schöne Herbstzeit wünscht euch Sandra

Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon. 
(Aurelius Augustinus)

REISEBLOG 5 #manchmalkommtesanders

#FROMEUROPETOHAWAII #SANDRAFOLLOWSHERHEART #INFLUENCERBITOLDER #BUECHERMITHERZ

 

Nach Mariazell hatte mein Rucksack ca. 8 kg, mit 12 kg Gewicht war dieser umgepackt auf meinem weiteren Weg eindeutig auf Dauer zu schwer.

Pilgerung den Attersee und Panoramaweg entlang sehr genossen

Im 16 Grad frischen Attersee abgekühlt nach dem langen Wandern

Mein persönlicher Jakobsweg

Es war meine 5. Pilgerung nach Mariazell und es war wieder einmal eine große Bereicherung… Wir hatten so viel Spaß … Danke an Karin, Silvia und Petra und schön dass meine ältere Tochter auch einen Teil mitgepilgert ist. Wir hatten wider Erwarten (laut Wetterbericht war Regen und Gewitter angesagt) fantastisches Wetter. Wir landeten am letzten Pilgertag ungewollt in 1442 m Höhe auf der Göllerhütte, über unbefestigte Wege, durch entwurzelte Bäume, in anstrengender Schräglage, bei antreffenden Schneehäufchen … nach einigen gut gemeisterten Herausforderungen sind wir stolz in Mariazell angekommen.

Berührende Abschiedsszene vor meinem persönlichen Jakobsweg

Der Abschied war für mich besonders berührend, mit Tränen in meinen Augen zogen meine Freundinnen von dannen, denn für mich ging der Weg alleine weiter.

Durch Zufall (eigentlich beim Universum bestellt und gewünscht) und dankbar bin ich abends an eine günstige Privatpension geraten… im sehr sympathischen Gästehaus Maria Molnar auf der Bürgeralpe nahe dem Zentrum von Mariazell… am nächsten Morgen ging es als erste Etappe alleine nach Lunz am See, dann weiter Richtung Westen, auf meinem persönlichen Jakobsweg …

Tagebuch / INSTAGRAM POST 7.6.2019

Manchmal auch mit Bus oder Bahn gefahren

Ab und zu muss ich auf meiner Pilgerreise auf meinem persönlichen Jakobsweg auch die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen, damit ich rechtzeitig bis zu meiner Zeitvorgabe Ende Juli in Santiago de Compostela ankomme. Und ich möchte so umweltfreundlich wie möglich unterwegs sein. Neben dem Gehen ist Bus und Bahn die umweltfreundlichste Alternative. Warum aber immer noch teurer als das Fliegen? Traurig aber wahr! Dennoch liebe ich das Bahnfahren oder Busfahren. Das entspannt mich und entlastet ein wenig meinen Rücken vom Rucksack, der knapp zwölf Kilo schwer ist. Heute geht es für mich zum Attersee und dann per pedes weiter in Richtung Wolfgangsee.

 

Meine Gefühlswelt ist in Ordnung. Jedoch machen sich immer wieder Zweifel breit, vor allem ob meine Kinder ohne mich zurechtkommen?

Wie geht es euch damit, wenn ihr von euren (erwachsenen) Kindern weiter entfernt seid? Breitet sich bei euch auch schlechtes Gewissen aus? Habt ihr das Gefühl eure Kinder zu vernachlässigen? Eure Meinung würde mich interessieren, ist man eine schlechte Mutter wenn man alleine auf Reisen geht? Schreibt gerne hier eure Meinung oder Erfahrungen!

Manchmal kommt es anders

Kürzlich wanderte ich auf meinem Weg noch euphorisch und voller Zuversicht durch das herrliche Seengebiet im Salzkammergut. Demnächst hätte es nach Paris gehen sollen mit dem Bus und weiter den Jakobsweg an der spanischen Nordküste entlang.

Hätte… deshalb, weil es manchmal eben anders kommt. Schon die letzten Tage kämpfte ich wie erwähnt mit meinem schlechten Gewissen. Einige Probleme kamen auf, mein Fuß begann zu schmerzen, ich schleppte mich die letzten von 22 Tages-Kilometern regelrecht über den letzten Hügel – die Tour eh so gewählt, dass ich nicht über den Schafberg sondern nur am Fuße dessen gehen musste. Und dann noch andere Zeichen: Berührende und dramatische Geschichten, die das Leben so schreiben, wurden mir erzählt. All diese persönlichen Gründe haben mich dazu bewogen, die Entscheidung zu fällen, mich vorzeitig mit dem Zug auf den Weg von Salzburg retour nach Wien zu machen.

Zuversichtlich bin ich, dass ich meinen selbst verursachten getriebenen inneren Druck in den 13 Tagen Pilgern losgeworden bin. Freude auf mein Zuhause, meine Kinder und Familie, meine Freundinnen, meine kuschelige Wohnung, gesundes Essen und darüber, wieder mehr Kleidungsauswahl zu haben, ist groß – obwohl die Erfahrung, Minimalismus zu leben, eine wirklich wertvolle ist und ich diese bestimmt verstärkt fortsetzen werde, weil sie für mich gelebte Leichtigkeit bedeutet.

In meinem neu in Arbeit befindlichen Buch „From Europe to Hawaii“ beschreibe ich meine Reisen und meinen Pilgerweg näher. Vorerst etappenweise werde ich meine Pilgerung bei Gelegenheit fortsetzen und weiter in meinen Reiseblogs darüber berichten.

Herzensgrüße Sandra

Du brauchst nicht immer einen Plan.

Manchmal musst du nur atmen, vertrauen, loslassen und sehen was passiert. (Mandy Hale)

 

REISEBLOG 4 #Alle Zeit der Welt

#FROMEUROPETOHAWAII #BUECHERMITHERZ #SANDRAFOLLOWSHERHEART #INFLUENCERBITOLDER

Meine Reise „From Europe to Hawaii“ geht weiter – ich freue mich, hier in meinem REISEBLOG das Thema ZEIT aus meiner neu gewonnenen Sichtweise anzuschneiden.

Den beginnenden Frühling in Barcelona genießen

Alle Zeit der Welt

6.2.19 – Tag 3 (16 km). Mit leichtem Halsweh wache ich auf. Klopfe meine Thymusdrüse zur Stärkung meines Immunsystems und entscheide, es heute ruhig und langsam anzugehen. Wieder scheint die Sonne und wärmt mein Gemüt. Ich schlendere heute zur Casa Mila. Ich liebe schöne Aussichten! Und hier am Gaudi-kreierten Dach hat man nicht nur eine fantastische #view, man bestaunt auch die Kreation eines Daches als wäre sie von einer anderen Welt.

Gegen Abend gönne ich mir eine Pause im Gastgarten einer Bar, unter den letzten wärmenden Sonnenstrahlen der untergehenden Sonne. Ich musste dringend mein Handy und die Powerbank aufladen. Ein spanischer Vermuth-Drink erwärmte ebenso mein Herz, wie meine Gedanken, die aufkamen. Mir wurde bewusst: Es ist so herrlich hier sein zu dürfen, keine Eile haben zu müssen, niemandem Rechenschaft abgeben zu müssen, machen zu dürfen, was mir gerade in den Sinn kommt, auf mich zu schauen, keine Rücksicht nehmen zu müssen…. vielleicht ist das egoistisch, aber ich genieße es dennoch.

Am Dach des „Casa Mila“, Barcelona

 

 

Wenn Dankbarkeit an die Stelle des Urteilens tritt, breitet sich Frieden aus. (Neale Donald Walsch)

Sei dankbar!

Hunger trieb mich in Richtung Rambla, wo ich nach der Streetfood-Meile suchte, die ich von 2009 in Erinnerung hatte. „Meine Kommunikationsintension könnte verbessert werden!“, nörgelte ich in Gedanken an mir herum. Denn bisher hatte ich mich in keinster Weise bemüht, irgendwelche neuen menschlichen Begegnungen möglich zu machen und hatte eher eine Mauer vor mich aufgebaut. „Warum schaffe ich es nicht, weniger Geld auszugeben?“, waren meine nächsten Bedenken. Auf meiner Reise beläuft sich mein „Low Budget“ auf täglichen Ausgaben von maximal 30,- Euro, was nicht viel ist. Die Casa Mila hatte mir heute einen Strich durch die Rechnung gemacht, mit einem Eintritt von 22,- Euro reiner Luxus! Minimalismus zu leben in Sachen Konsumverhalten gelingt mir noch nicht so recht.

„Es reicht! Sei dankbar! Alles ist gut wie es ist!“, erinnere ich mich schließlich und mache mir bewusst, wofür ich dankbar bin:

  • dass meine Hände und Arme kaum mehr weh tun
  • und es meinem Hals wieder gut geht
  • am Leben sein zu dürfen
  • in der Fülle zu leben, ich habe alles, was ich brauche
  • ich bin gesund…
  • und unendlich dankbar dafür, meine Hautkrankheit überwunden zu haben und jetzt mit diesem Glück erfüllt zu sein!
  • Und dass ich die Chance bekommen und angenommen habe, diese Reise machen zu dürfen!
  • Und mir wird bewusst, wie schön es doch ist, wenn man alle ZEIT der Welt hat!  DANKE! DANKE! DANKE!

Ich kann jeden verstehen, der mich beneidet. Ich beneide mich ja selbst fast. Wohl weniger beneiden mich diejenigen, die lieber mehr als 30,- Euro am Tag ausgeben möchten und dafür womöglich weniger ZEIT haben. Wer auch immer wem beneidet, Neid ist kein schönes Gefühl, schöner ist, wenn man es jemandem gönnt. Ich wünsche mir, dass auch ICH es mir gönnen darf, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen! Und ich wünsche es jedem, dass er ebenso alle Zeit der Welt haben kann! Ich wünsche es meinen Kindern, dass sie jeden Moment genießen können, auch wenn sie manchmal das Hier und Jetzt verpönen, ich wünsche es ihnen, dass sie den Augenblick annehmen können, auch wenn dieser gerade mal nicht so rosig aussieht, ich wünsche, dass sie die Chance sehen können, die ihr Leben gerade zeigen möchte, und ich wünsche ihnen, dass auch sie sich etwas gönnen, das ihnen gut tut!

Nimm dir die Zeit der Welt!

Bestimmt tut es jedem von uns gut, sich täglich mal einen Augenblick zu nehmen, um zu sich finden, nach innen zu gehen, zu spüren, wie man sich fühlt, bewusst zu machen, worum es (einem) eigentlich geht im Leben!

Wenn du möchtest, leg auch du gleich mal ALLES (also jetzt gerade diesen Text) nur für einen kurzen Moment weg, lasse mal alles hinter dich: Dreimal tief durchatmen, die Zeit der Welt einatmen, den Augenblick SEIN lassen!

Was ist schon ZEIT?

Zeit ist eine Illusion, das kapiere ich mehr und mehr! Ein Video von VEIT LINDAU hat mir hier weiter die Augen geöffnet, nachdem ich mich bereits jahrelang mit den Weisheiten von ECKHART TOLLE, der Meister des Augenblicks mit seinem Bestseller „JETZT“, beschäftige!

Auch in unserem Eigenverlag „Bücher mit Herz“ gibt es wahre Meister des jetzigen Augenblicks, denn auch das Buch „Bewusst leben“ von Wolfgang Wieser ist ein Meisterwerk, das uns durch Bewusstheit in den Augenblick zu bringen vermag.

Auf „homodea.com“ findet man den Kurs „Victory & Peace“ von Veit und Andrea Lindau, dort durfte ich nun bei einer sehr günstigen Monatsmitgliedschaft einige dieser kostbaren Vorträge und Meditationen genießen, mit Botschaften wie: „Wir sind weit mehr als die Summe unserer Vergangenheit.“ oder „Der Friede lässt sich nicht in der Zeit finden. Er ist zeitlos.“

Wie schön es sich anfühlen könnte, wenn wir ohne Zeit, ohne Uhr, nur nach Sonne und Mond leben dürften, nur nach Bauchgefühl, spüren, was mir gerade gut tut. Jeder würde gerne zur Arbeit gehen, das Wort „Arbeit“ würde gar nicht existieren. Denn jeder wäre erfüllt mit dem, was er macht, weil jeder das Wohlwollen des anderen und sich selbst im Fokus hätte. Klar, es ist schwer vorstellbar! Weil wir es anders gelernt haben. Schade.

Dennoch: ZEIT, egal ob wir den Begriff Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft verwenden, ist nicht linear, wie es wohl die meisten von uns Menschen empfinden.

Es gibt nur das JETZT!

Immer! Jetzt! Und jetzt! Und jetzt wieder!

Es ist IMMER nur JETZT! Und JETZT kann ich mich entscheiden, wie ich diesen AUGENBLICK gestalten möchte. Was im vorigen JETZT war, ist nicht mehr entscheidend! Ich kann jeden Augenblick entscheiden, einen GUTEN Augenblick zu haben. Meine Gedanken schaffen Realität. Wenn ich glaube, meine Vergangenheit ist ein Grund, dass ich jetzt Groll empfinden muss, auf einen Menschen, der mich in einem vergangenem Jetzt verletzt hat, oder dass ich Groll auf mich haben muss, weil ich eine falsche Handlung gesetzt habe, dann schaffe ich mir gerade eben wieder diese Realität von Groll und Missgunst. Wenn ich mich für Hass entscheide, bekomme ich Hass. Wenn ich mich für Kampf entscheide, bekomme ich Kampf. Wenn ich mich für die Liebe entscheide, bekomme ich Liebe. Was fühlt sich für mich besser an? Was fühlt sich für DICH besser an? Entscheide dich JETZT!

Wir bestimmen es selbst, ob wir ein Leben in Fülle leben, in Glück und in Dankbarkeit, oder eben nicht, denn das Gesetz der Resonanz weiß immer, wie wir denken, fühlen, handeln! Und das bekommen wir in weiterer Folge eben auch.

Ich glaube, ich vertraue, ich lasse los (Deepak Chopra)

Auch ich lerne noch, mir dies mehr und mehr bewusst zu machen, im täglichen Leben zu verankern und zu leben, auch in bin (noch) nicht gefeit vor den Glaubenssätzen, die ich mir aus meiner Vergangenheit eingeprägt habe, und auch nicht vor meinem Gedankenkarussell.

Ich denke an Marc und werde melancholisch, meine Augen werden feucht. Dort drüben sitzt ein Typ auf einer Bank mit einem indianischen Einschlag und scheint mich zu beobachten. Ein paar Tränen drücken sich heraus, ich wische sie schnell und unbemerkt mit der Hand weg, obwohl mir eher danach wäre, einfach nur loszuheulen. „Es geht mir doch gut!“, denke ich, und ich empfinde großes Glück! Doch Traurigkeit und Sehnsucht kommen auf. Ich fühle die Nähe von Marc, obwohl er so fern ist. Ob er auch gerade an mich denkt? Wir haben keinen Kontakt seit Beginn meiner Reise. Es ist besser so. „Mache dir keine Sorgen, mein Lieber, alles ist gut!“, schicke ich ihm als energetische Nachricht und umarme ihn in Gedanken.

So, jetzt sollte die Powerbank ausreichend geladen sein. Es wird kühler. Ich mache mich endlich weiter auf den Weg zur Rambla.

Erkenntnis des Tages: Minimalismus will gelernt sein!

Meine Reise setzt sich fort – Von Europa nach Hawaii – mit Bildern und Highlights auf Instagram unter #fromeuropetohawaii nachzulesen.

Mehr folgt in den nächsten Ausgaben meines REISEBLOGS.

Herzensgrüße Sandra

REISEBLOG 3 #Schrecksekunden

#fromeuropetohawaii #buechermitherz #sandrafollowsherheart #influencerbitolder

Sardinien

Wenn du ständig um deine Sicherheit besorgt bist, wirst du nicht mit ganzen Schritten durch das Leben gehen. (Sadhguru)

 

Schrecksekunden im Paradies

Vertrauen in der Angst

9.3.2019 – Meine ältere Tochter ist gerade auf Sprachreise in Rom und erzählt mir am Telefon über so manche waghalsigen Abenteuer. Die beinahe automatische (weil gelernte) Reaktion einer Mutter ist natürlich, sich zu sorgen und ihr mitzuteilen, dass Vorsicht geboten sei. Aber ist sie mit 25 nicht alt genug, um selbst zu wissen, was ihr gut tut? Haben meine gelernten Programme aus der Kindheit wieder zugeschlagen?

Wir haben doch alle immer wieder gehört, beginnend in der Kindheit, wie böse die Menschen sind, wie gefährlich die Welt ist, und wir haben Angst bekommen. Und Angst ist das, was unser Leben negativ beeinflusst. Was ist die Lösung?

Das Gegenteil von Angst ist Liebe! Liebe zum Leben, Liebe zur Fülle, in der ich mich befinde. Der Ursprung von allem was ist, ist Licht und Liebe! Nur wir Menschen machen das, was wir gelernt haben, wir sehen die Dunkelheit, und darum ist die Welt schlecht, wie viele denken.

Das Gesetz der Resonanz schläft nie! Es hält immer das bereit, was du denkst! Natürlich hat alles seinen Gegenpart in unserer Welt, weil es Licht nur geben kann, wenn es auch die Dunkelheit gibt.

Ich bin mir dessen bewusst und VERTRAUE!

Auch ich habe meine Programme nicht zur Gänze abgelegt. Doch ich gehe anders damit um. Ich sehe mich nicht mehr als Opfer des Schicksals. Wenn die Dunkelheit, die Angst sich breit macht, das Gegenteil von Licht und Liebe über mich hereinströmt, vertraue ich darauf, dass dies gerade das ist, was ich zur Veränderung brauche. Um mir klar zu werden, das Leben gibt mir einen Wink, eine Chance zur Verbesserung.

Passend dazu möchte ich folgenden Neumond-Gedanken aus einem erhaltenen Newsletter festhalten, denn ich kann dies zu hundert Prozent bestätigen, genauso ist und war es bei mir im Leben:

*** Unser Neumondgedanke für April ***
Auch wenn wir uns Veränderungen meist in großen Schritten und mit weitreichender Wirkung wünschen, finden sie doch eher unmerklich statt. Wir bewegen uns jeden Tag, jede Stunde, jeden Moment. Es sind kleine Ereignisse, die in Summe das Neue ergeben. Kein Grund zur Ungeduld also, zumal diese Bewegung auch stattfindet, wenn wir nicht daran denken oder glauben. Im Rückblick kann man dann erstaunt feststellen, wie weit der zurückgelegte Weg in die Vergangenheit reicht und wie wenig wir zurückblicken müssen, um die Zukunft zu begrüßen …

Sei du selbst die Veränderung, die du dir für diese Welt wünschst. (Mahatma Gandhi)

 

Schrecksekunden im Paradies

Ein paradiesischer Tag, fantastisches Wetter, ich bin früh aufgestanden und hab mich für eine kleine Wanderung auf den Weg gemacht. Meine Reise führte mich nach Sardinien, genau genommen nach Monteleone Rocca Doria, einer 80-Einwohner-Gemeinde, auf einem idyllischen Felsen-Hügel, dort wo die Hunde mit dem  A…. bellen. Wie sich später herausstellte, bellen die Hunde sehr laut.

Die Komoot App half mir insofern weiter, dass mir bald klar wurde, dass es hier keine wirklich attraktiven Wanderwege gibt. Schade, in dieser so wunderschönen Gegend. Einer der 80 Einwohner in der Bar teilte es mir bereits mit, doch ich wollte es nicht glauben, dass hier die schönen Wege durch Berg und Tal alle durch private Umzäunung gesperrt sind, auch für Fußgänger. So machte ich mich nach dem kurvenreichen Abstieg vom Rocca Doria, mit fantastischem Blick auf den unten liegenden See, auf der Bundesstraße auf den Weg, und versuchte meinen Widerwillen abzuschütteln. Es gab zumeist einen Grünstreifen mit Kies, der seitlich zu begehen war. Der Verkehr war sehr mäßig, daher erträglich. Alle paar Minuten kam ein Auto vorbei. So ging ich positiv meines Weges weiter und freute mich des Daseins.

Nach etwa drei Kilometern – mein Ziel war die etwa 10 km entfernte Nebenortschaft – genoss ich die Begleitung einiger Schwalben. Seelenruhig schaute ich in die weite Ferne, in die unberührte Natur, den See rechts mit Blick auf den einsamen Hügel, wo meine Unterkunft lag, links die Ausläufer des Sees, wenn nicht die Straße dazwischen läge, wäre dies die Idylle pur.

In diesem Paradies hörte ich Glockenklänge näherkommen, eine Schafherde, die gemütlich des Weges kam – nur war dies kein Weg, sondern eine Bundesstraße! Besorgt sah ich mich um und suchte den Hirten der Schafe, als plötzlich ein zähnefletschender Hund angriffslustig seine Schäfchen verteidigte und alles anbellte, was ihm in die Quere kam. Kein Hirte weit und breit. Mein Herz klopfte bis zum Hals, ich suchte Schutz auf der anderen Straßenseite, doch der Hund bemerkte mich, rannte auf mich zu, bellte mich an, dass ich glaubte, er würde mich sofort zerfleischen wollen. Für einige Sekunden hatte ich Angst um mein Leben und ich sah mich schon blutüberströmt mit Fleischwunden übersäht am Straßenrand liegen. Reflexartig hatte ich das Bedürfnis, diese merkwürdige Situation festzuhalten und zückte meine Handykamera. Am Video (#fromeuropetohawaii) kann man das Gestrüpp der Böschung wahrnehmen, über das ich auszuweichen versuchte, und die seelenruhig weiterlaufenden Schafe mit ihrem aggressiven Hundehüter in der Ferne. Der Versuch, den Hund zu ignorieren und zumindest äußerlich cool zu bleiben, war das Beste, was ich tun konnte, damit er mich nicht zerfleischte und doch in Ruhe ließ.

Puh, das ist nochmal gut gegangen. Die Schrecksekunden waren mir ins Gesicht geschrieben. Langsam mit ausreichendem Abstand verfolgte ich erstaunt das Schauspiel weiter, denn der Hund ging alles an, was sich um ihn herum bewegte, vorbeifahrende wie auch entgegenkommende Motorräder und Autos – es war für alle Beteiligten eine große Gefahr. Ich fragte mich immer noch, wo der Hirte ist und merkte, wie ein Autofahrer kurz stehenblieb ohne auszusteigen und sich ebenso wunderte. Es schien nicht zur Normalität zu gehören, dass der Hund die Schafe alleine die Bundesstraße entlang trieb. Dies ging eine lange Strecke so, bis ich sie durch die Kurven aus den Augen verlor. Ich hoffte, sie wären verschwunden, doch … starr vor Angst blieb ich stehen, denn ich erblickte die Herde wieder … Ich traute mich nicht vorbeizugehen, hielt Abstand, überlegte umzukehren, oder Auto zu stoppen… bat um Hilfe bei meinem Schutzengel.

Und die Hilfe war sogleich da – ich bemerke einen Zugang durch ein Gebüsch und entdeckte eine Wiese, auf die ich ausweichen konnte! Danke mein lieber Schutzengel für diese rasche Erfüllung meines Wunsches! Ich war nun geschützt vor dem Hund und zugleich konnte ich mich – längst fällig – meiner Notdurft unbeobachtet entledigen und die Natur gießen.

Instinktiv suchte ich nach einem Stecken zur möglichen Verteidung, falls ich nochmal mit der Herde und ihrem Hüter in Kontakt geriet… und nach einen Ausweg, der nicht gleich zurück zur Bundesstraße ging. Den Stecken konnte ich sogleich einsetzen – jedoch zu einem anderen Zweck. Die Wiese war teilweise Morast und ich musste mir den festen Weg mit dem Gehölz ertasten. An einer Stelle sprang ich über eine matschige Stelle.

Auf meiner praktischen Wander-App Komoot sah ich, dass es parallel einen Weg gab – ich fand ihn zwar, jedoch war dieser von einem Stacheldraht getrennt. Wie komme ich hier nur rüber? Ich musste diesen überwinden und fand eine defekte Stelle, die weniger hoch war… wieder klopfte mein Herz, ich hatte Angst mich zu verletzen. Ich nahm mein flaches Arctic Paper Sitzpölsterchen und meine Badedecke heraus, stülpte diese über die Stacheln, den Stecken und den Rucksack warf ich auf die andere Seite, und so konnte ich unbeschadet über den Stacheldraht steigen. Kurz rundherum geschaut, ob sich ein Beobachter zeigt, denn es schien sich um ein Privatgrundstück zu handeln. Doch ich vertraute wieder einmal darauf, dass ich in wenigen Metern – laut meiner Karte – wieder hinaus auf die Bundesstraße kam. So war es dann auch, erleichtert stieg ich über die Straßenrampe und ging auf der geschützten Seite im Kies weiter. Ich war heilfroh, dass ich nicht noch einen Stacheldraht zu überwinden hatte.

Etwas klopfte auf mein Bein! Wieder erschrak ich, Adrenalin stieg hoch, Herz klopfte…. Eine Schlange? Irgendein Tier? Was kann es sein? Ich drehte mich um… Nichts zu sehen! Ich ging ein paar Schritte weiter. Schon wieder ein Gefühl, als klopft mir jemand auf den rechten Schuh! Bis ich draufkam… Was denkst du war es? Der Stecken war davor im Morast stecken geblieben und abgebrochen, da er nun kürzer war, klopfte er mir beim Gehen auf meinen Schuh. Huch!

Die Schrecksekunden im Paradies haben nicht lange pausiert, denn schon bald kreuzte der Hund wieder meinen Weg. Mittlerweile musste ich auf die Uhr schauen, ob es sich überhaupt noch ausginge, dass ich rechtzeitig in den Nachbarort kam, bevor ich die Rückfahrt mit dem Bus – die einzige wie gewohnt in diesen Kaffs – versäumte.

Wieder überlegte ich, ein Auto zu stoppen … Da kommt ein Auto… kurzer Check, ob vertrauenswürdig, soweit man dies in Sekundenschnelle beurteilen kann… Daumen schnell hoch … weiter gefahren… Kindern und der Barbetreiberin geschrieben, auf Hilfe aus der Ferne gehofft. Zweitere beruhigte mich, dass der Hund ja nur die Schafe beschützen möchte. Haha, und was macht er dann mit mir, wenn er meint, die Schafe werden durch mich bedroht? Da auch das zweite und dritte Auto vorbeifuhr und nicht stehenblieb, beschloss ich – weil mir keine Alternative außer umzukehren übrig blieb  – all meinen Mut zu fassen und an den Schafen vorbeizugehen.

Ich dachte, ich wäre ein mutiger Mensch, doch ich machte mich wirklich fast in die Hose… Ich fragte mich, was gefährlicher wäre, Autostoppen oder dieser Hund, und war sicher, das Tier wäre unberechenbarer. Erst sah ich „meine Herde“ gar nicht mehr und der Hund war auch nicht aus meinem Blickfeld zu erspähen. Ich dachte, die Schafe wären nun auf der Weide, mit dem Hund. Doch die Schafe standen fast unbemerkt am Rande der Straße an einem geschlossenen Zaun, der zu einer Schafweide führte. Sie standen da, wie bestellt und nicht abgeholt und warteten geduldig, dass der Zaun aufgeht. Ich wagte es nicht mehr hinzuschauen. Tief durchatmen, Augen zu und durch… so ging ich mit laufender Video-Handykamera langsam und ganz leise vorbei, ich war nicht sicher, ob der Hund in der Nähe war, ich betete einfach, dass er es nicht sei… Gebet erhört! Geschafft! Im Video unter #fromeuropetohawaii auf Instagram ist mir meine Schrecksekunde im Paradies, die meinen Adrenalinspiegel in die Höhe schnellen ließ, beweisbar ins Gesicht geschrieben.

Aufatmen. Endlich ist auch nach etwa 7 km die Bundesstraße zu Ende. Endlich tut sich ein schöner Wanderweg auf. Ich sehe eine friedliche Schafherde auf der Weide, so friedlich und ungefährlich können Schafe sein, wenn kein hütender Hund in der Nähe weilt. Ich beschloss nun entspannt meinen Apfel und die Mandarine
zu genießen. Die mich picksenden Stacheln meines Steckens konnte ich mit dem kleinen Taschenmesser – welches mir nicht abgenommen wurde in Malaga am Flughafen –  entfernen. Danke an mein Kind und Schwiegerkind für dieses kleine T-mobile Messer, eine sinnvolle Werbegeschenk-Idee!

So befestigte ich den Stecken auf dem Rucksack – für alle Fälle, friedvoll und erleichtert wandere ich dahin. Nächste Schrecksekunde… irgendwas klopft diesmal auf meinen Kopf… ich sehe eine Hornisse davon fliegen, doch es klopft nochmal… ich bemerke, es ist nur der Stecken ….huch!

Ein nervöser Blick auf die Uhr, knapp zwei Uhr bereits …. Noch 3,5 km … hab mindestens eine Stunde verloren… muss um 15 Uhr beim Bus sein, der einzige zurück nach Rocca Doria … wollte aber den Ort sehen und was essen … will dennoch nicht hetzen, sondern die Natur hier genießen … Wird alles nix mehr!

Da kam auch schon die Rettung! Diesmal Retter namens Mario. Er kam mit einem Pritschenwagen den schmalen Weg vorbei und hielt an, fragte mich, wohin ich möchte und ob ich mitkommen will. Klar doch, dass ich Bedenken und Ängste hegte. Ich hab es ja auch so gelernt. Niemandem vertrauen, alle Menschen, Männer überhaupt, nicht böse!

„Mach das ja nicht, Sandra!“, drohte mein ebenso böser Schweinehund. Doch meine liebende Seite, die Sandra, die gerne VERTRAUEN möchte, zögerte nicht lange, und sagte: „OK, Sei molto gentile, Grazie!“ Der Mann war alt, wirklich ziemlich alt, ein Bauer, der gezeichnet war für sein Leben, so wirkte er auf mich. Er hatte ein furchtbar dreckiges Auto, wischte kurz über die staubigen Sitze, sodass es noch mehr staubte, winkte mit einer Handbewegung auf die außen liegende Ladefläche, wo ich meinen Rucksack hineinlegen solle. Blitzschnelle Gedanken kamen auf: Was habe ich im Rucksack, was ich lieber an mir hätte? Was wenn dem Rucksack etwas zustößt? Was für wirre Gedankengänge?! Das Aufladekabel meines Handys war gerade mit der Powerbank verbunden, alles hing irgendwo, ich sammelte es schnell ein, bevor ich einstieg, damit ich wenigstens Bauchtasche mit Kabeln und Handy bei mir hatte.

VERTRAUE! Alles ist gut! Es ist ein Wink des Schicksals, und es ist ein guter Wink! Eine Chance! Eine Hilfe, die du gerade eben gut brauchen kannst. Der Mann fuhr los und fragte mich auf freundliche Weise aus, woher ich komme, wohin ich will, was ich hier mache, wie weit ich gegangen bin, ….

Er war nicht einfach nur neugierig, er wollte mir helfen! Auch fragte er mich, ob ich keine Angst habe so alleine. Wie zuvor betonte ich: „Si, un po“ – schon ein bisschen, aber ich genieße einfach diese wunderschöne Landschaft …

Focus auf die Fülle nicht auf den Mangel, der sein könnte, dachte ich, aber ich konnte mich nicht so richtig auf Italienisch ausdrücken, um diese längst gewonnene Weisheit zu übermitteln.

Sei nicht so skeptisch, Sandra! Er blieb kurz vor dem Ort stehen, erzählte mir irgendwas, was ich nicht verstand, er meinte, wir steigen um, in sein scheinbar privates – ebenso dreckiges und kleines rotes Auto. Das Berufsauto stellte er hinter einem sich öffnenden Gitterzaun ab und wir sollten in das draußen stehende andere Auto umsteigen. Er wollte mich noch in den Ort bringen. Ich wollte lieber gehen, hatte ein verwirrend unsicheres Gefühl, weil ich nicht genau verstand, was er noch wollte.

Er wäre Polizist, sagte er, nachdem er merkte, dass ich zögerte einzusteigen vom Pritschenwagen auf sein privates Vehikel und ich noch dazu schnell nach hinten ging, um sein Kennzeichen zu fotografieren – er hatte dies wohl gemerkt, wie peinlich, denn nun zeigte er mir „seine“ Polizei-Mütze, die in der Mittelkonsole lag – etwas verstaubt wie alles andere. Beim Hereinsetzen räumte er noch den Kübel mit eingeweichtem Panino-Brot auf die Seite… Der Versuch, mir zu erklären, wofür er dieses verwendete, scheiterte erneut am sprachlichen Verstehen meinerseits. Im Ortskern angekommen, hielt er ein drittes Mal an, ging in ein Haus hinein, checkte irgendwas, von außen konnte ich ein Schild vernehmen, worauf stand „Polizia“.

Er sagte, dass es keinen Bus mehr gäbe heute nach Monteleone Rocca Doria. Doch ich wusste, es gibt einen um drei Uhr herum. Es war mir mulmig. Ich wollte aussteigen.

Schlussendlich brachte er mich auf meinem Wunsch zur richtigen Busstation, neben der Carabinieri, so wie es mir der Barbetreiber am Morgen empfahl.

Alles ist gut! Bauer Mario war zwar etwas konfus und unsere Kommunikation war schwierig, doch er wollte mir wirklich nur helfen. Beim Aussteigen hat er mich sogar auf die Wange geküsst und sich sichtlich gefreut, mir einen Dienst erwiesen zu haben. Und das hat er wahrhaftig – ich war rechtzeitig beim Bus, ohne ihn hätte ich dies nicht schaffen können, nicht auszudenken, was ich dann hätte machen müssen – 10 km zurück zu Fuß, um drei Uhr Nachmittags, mmh? Womöglich wieder an dem zähnefletschenden Hund vorbei? DANKE, NEIN! Der Bus kam auch rechtzeitig, was nicht ganz so selbstverständlich ist in Italien.

Dankbarkeit breitet sich aus. Ein liebender Engel ist wieder geschickt worden, für dich, liebe Sandra! Vertraue doch!

Mit einem atemberaubenden Sonnenuntergang durfte ich diesen aufregenden Tag entspannt beenden.

Meine Reise setzt sich fort – Von Europa nach Hawaii – mit Bildern und Highlights auf Instagram unter #fromeuropetohawaii nachzulesen.

Mehr folgt in den nächsten Ausgaben meines REISEBLOGS.

Herzensgrüße Sandra

Sonnenuntergang in Monteleone Rocca Doria

REISEBLOG 2 #SINNsuche – Chancen nützen

#fromeuropetohawaii #buechermitherz #sandrafollowsherheart #influencerbitolder

 

Wer nicht wagt, gewinnt nicht! 

AUF SINNSUCHE – wieder mal

23.2.2019 – Die Tage hier in Tarifa sind einsam. Auch wenn ich dieses Alleinsein genieße, komme ich viel zum Nachdenken. Frage mich, was das hier eigentlich alles soll?

Ein Hintergrund meiner Reise war schon auch, dass diese einen Sinn haben sollte, im Sinne von einem Dienste an die Menschheit. Ich möchte helfen, dienen, damit das Ganze einen Sinn bekommt. 

In aller Dankbarkeit gehe ich an diese Reise ran. Denn es geht mir gut. Ob ich das meiner Bewusstseinsentwicklung zu verdanken habe? Zwar merke ich, dass mir selbst auferlegter Stress und Getriebenheit nicht gut bekommen, und ich weiß, dass ich rasch wieder zurückverfallen kann, wenn ich mich in alte Muster begebe. Und dies passiert auch wiederholt. Doch erkenne ich es heutzutage schnell und weiß es zu schätzen, wenn mein Körper mit Beschwerden reagiert, nehme es als Chance zur Veränderung dankend an und sehe mich nicht mehr als Opfer.

Doch da muss doch noch ein tieferer Sinn dahinter stecken! Das kann es nicht alles gewesen sein! Nur einfach so? Es muss einen größeren Grund haben, warum ich diese Reise machen darf! Wo darf ich dienen? Wo darf ich mich einbringen? Wo ist der Sinn? Wo kann und darf ich meine Stärken und Werte leben, und jemandem, der es nötig hat, damit helfen? 

Noch bin ich nicht auf einen solchen Sinn gestoßen. Doch ich vertraue darauf, dass ich den Sinn gar nicht suchen muss! ER WIRD MICH FINDEN! Ich bin einfach von tiefstem Herzen dankbar, dass ich jetzt diese Reise machen darf, einfach nur der Reise wegen, um Europa zu entdecken erstmal, um Menschen zu begegnen, um Sprachen aufzufrischen, um zur Ruhe zu kommen, um zu entdecken, was auch immer es zu entdecken gibt! 

Chancen nützen

Täglich stoße ich auf Situationen, wo ich – jedoch erst nachträglich, wenn es schon (fast) zu spät ist – draufkomme, das hätte ein Zeichen sein können, wo ich ins Handeln hätte kommen können, wo mir das Leben sagt: Hier bin ich! Hier hast du, nimm es an! Handle! Tu was draus! Hier hast du eine Möglichkeit, dich einzubringen!

Zum Beispiel saß ich in der Abendsonne am Strand auf den Holzstiegen des noch nicht in Betrieb genommenen Om-Beach-Clubs und las in meinem Buch „Denken wie ein Shaolin“. Da begrüßte mich von hinten eine Schnauze eines so entzückenden Collie-Husky-Mischlings (würde ich mal meinen). Er hatte ein bunt gemixtes vordergründig weißes Langhaarfell und blitzblaue Augen und lächelte mich mit seinem Anstupsen an. Es war so eine Freude mit ihm zu kommunizieren, ohne dass ich seine Sprache sprechen musste, verstanden wir uns prächtig. Wir waren sofort ein Herz und eine Seele. Und was mach ich draus? Hinter uns standen sein Herrchen und Frauchen, zwei junge Spanier, die sich mit noch einem Landsgenossen intensiv – schätzungsweise geschäftlich – unterhielten. Sie waren sehr offenherzig und auch zu ihrem Hund sehr liebevoll. Der Hund kam während dieses Gesprächs, das sicher 10-15 Minuten lang gedauert hatte, immer wieder zu mir, ließ sich streicheln und schmiegte sich Gesicht zu Gesicht an mich. Dann verließen sie die Strandbar so plötzlich wie sie gekommen waren. Und was machte ich draus? Erst danach fiel mir ein, dass ich hätte fragen können, ob sie nicht die nächsten Tage mal einen Hundesitter benötigen könnten. Chance nicht genützt, liebe Sandra! Aber gut, Einsicht ist der beste Weg zur Besserung. Zumindest hatte ich damit eine Idee geboren, denn es liefen hier unzählige Hunde mit ihren Besitzern den Strand entlang.
Das gleiche passierte mir einige Male mit Kindern und ihren Eltern. Immer wieder stieß ich auf Möglichkeiten, wo ich hätte fragen können. Mein Herz geht auf, wenn ich Kinder sehe, bei Babies zerfließe ich förmlich. Doch bei Kindern tue ich mir viel schwerer. Sie können meine Sprache nicht und ich ihre ebenso wenig. Und warum sollten Eltern einer wildfremde Person ihr Kind so mir nichts dir nichts anvertrauen? Liebend gerne möchte ich etwas mit Kindern machen. Sie sind noch unverdorben und ich möchte Ihnen gerne meine tiefsten inneren Werte der Liebe weitergeben.

Wenn es sein soll, dann wird sich etwas anbieten! Auch ohne mein gewohntes kämpferisches Zutun wird sich eine Chance öffnen. Ich VERTRAUE! 

Auch bei der Planung meiner Reise versuche ich intuitiv und im Flow zu handeln. Zwar plane ich durchaus Zug um Zug meine Standorte durch, aber immer nur so weit, wie es gerade leicht von der Hand geht. Wenn ich merke, eine Planung will nicht so recht aufgehen, wie ich es mir gerade vorstelle, dann lasse ich es wieder sein. Dann ist es wohl gerade nicht der richtige Zeitpunkt. Ala „Wu wei – die Kunst des Nicht-Handelns“.

Einsamkeit

Bin ich einsam?, frage ich mich und fühle in mich hinein. Doch wenn ich mich so beobachte, merke ich, dass ich gar nicht richtig die Einsamkeit spüren kann, weil ich sie vermeide zu spüren. In dem ich – was mein Wesen so ausmacht – immer aktiv bin. Selten schaffe ich es, einmal 10 Minuten nur zu SEIN, ohne etwas zu tun und dann sind meine Gedanken aktiv.

Auch Meditieren tue ich jetzt weniger, doch bewusst bemühe ich mich, viel mehr Aufmerksamkeit und Achtsamkeit in meinen Tag zu bringen. Alles was ich tue viel mehr im Hier und Jetzt zu machen. Natürlich gelingt mir das nicht ständig, doch merklich besser als in meinem Alltag daheim. Ich bin hier viel weniger abgelenkt von all den vielen Dingen, die gibt es hier nicht, meine Getriebenheit ist auf Reisen verschwunden. Es ist mir hier egal, ob ich nichts mache. Ich brauche weder mir noch jemandem anderen etwas zu beweisen.

Am liebsten führt mich der Weg auf den Strand, wo ich meine von den Schuhen befreiten Fußspuren in den Sand setzen kann. Meine Nägel zu maniküren – in der Sonne sitzend auf einer Bank eines noch geschlossenen Strandlokals – mitten am Strand an der südlichsten Spitze Spaniens am Atlantischen Ozean, hatte heute etwas besonderes. Es ist ein so gutes Gefühl, einfach Zeit zu haben, es ist ein so wertvolles Gut! Zwischendurch gingen Leute am Steg bei mir vorbei, die sich womöglich gefragt haben, ob ich irgendwie nicht ganz richtig ticke. Doch das war mir egal. Es ist mir hier wurscht, was die Leute von mir denken.

Ist es mir wurscht?

Später dachte ich darüber nach. Das ich so locker behauptete, es sei mir egal, wie ich bei anderen ankomme, war nicht ganz korrekt. Denn natürlich schaue auch ich, dass ich Fotos auf Instagram poste, auf denen ich mir gefalle, und lösche diejenigen, die mich weniger attraktiv aussehen lassen. Und natürlich fühle ich mich auch nicht gut, wenn ich einen großen Bauch habe, vor allem weil ich oft ins Fettnäpfchen trete, da ich eine schlanke Figur habe, jedoch ich durch meinen Bauch aussehe, als wäre ich schwanger. Und mir dies schon öfter passiert ist, dass Leute freudig glauben, ich „Alte“ erwarte ein Kind. Peinlich sag ich euch nur! Da heißt es wirklich eine gute Selbstliebe zu haben, um dies gelassen hinzunehmen und zu sagen, es ist mir wurscht, was die Leute denken oder reden. Dennoch werde ich mich jetzt nicht der anderen wegen kasteien und tägliche stundenlange Workouts pflegen, nur weil es ein besseres Bild abgeben würde mit einem flacheren Bauch.

Backpacking-Abend

Am Abend ging ich erstmals „aus“. Haha – mein schönstes Gewand als Backpackerin waren meine Laufschuhe, eine Leggings und die schwarze Desigual-Spitzen-Bluse, die mir mein jüngeres Töchterlein zu Weihnachten geschenkt hat für die Reise, sie ist besonders leicht, vom Gewicht her also ideal für eine Backpacking-Reise. Meine Freundin erzählte mir gestern am Telefon, dass sie tanzen geht. Das veranlasste mein Gemüt zur Sehnsucht nach Musik und Tanz. Und überall hier in Spanien sieht man Flamenco-Plakat-Einladungen. So machte ich mich abends frisch geduscht und Haare gewaschen mit meinem aberwitzigen Ausgehgewand auf den Weg, auch weil ich eine Wäscherei für den nächsten Tag inspizieren wollte. Die untergehende Sonne im Abendrot veranlasste mich jedoch, einen anderen Weg als zur möglichen Wäscherei einzuschlagen. So ging ich die Strandpromenade entlang. Und wie es ist, wenn man sich von der inneren Weisheit führen lässt, stieß ich auf wohlklingende spanische Musikklänge und eine ausgelassene Menschenmenge, bis ich erkannte, dass es sich um ein Strandlokal handelte. Bunte Glühbirnen, Palmen und Strohdächer, ein buntes Ambiente, das sehr einladend auf mich wirkte. Soll ich es nun wirklich wagen, näherzurücken, mich in das Menschengetummel zu schmeißen? Klar doch, mutig wie ich bin, wagte ich es. Wer nicht wagt, gewinnt nicht! 
Und ich gewann! Genau das, was ich bekam, wünschte ich mir. LIVE-MUSIK wie ich sie liebe! Diese spanischen Flamenco-Klänge und die ausgelassenen Gemüter der zumeist, aber nicht nur, jungen Leute, auch Hunde und Kinder waren zugegen, es war ja erst knapp 20 Uhr am Abend! Hätte ich mir nie gedacht, dass ich noch dazu zu so früher Stunde ein solches Ambiente vorfinde, es hätte nicht besser sein können. Und all das auch noch direkt am Oezan bei rauschendem Wellenklängen. Ich stellte mich in den Eingang ums Eck angelehnt an einen Holztisch und sah begeistert den Bewegungen zu, die mich umgaben. Es gab mir Berge, die Menschen zu beobachten. Kurz überlegte ich, mir ein Cerveza zu bestellen, doch es war nicht nötig. Alles war just for free… die Musik, ich musste auch nichts bestellen, es trafen sich die einen oder anderen Blicken sowohl von Frauen als auch von Männern, doch keiner schien mir bedeutungsvolle Aufmerksamkeit zu schenken.

Aus lauter Dankbarkeit und Rührung kamen mir die Tränen. Und dann auch wieder aus Einsamkeit. Gerne hätte ich jetzt …. jemanden bei mir…. mein Süßer vielleicht? Oder eine Freundin. Meine Töchter. Alleine ist es schon ziemlich opfermäßig hier. Doch ich setzte dankbar eine fried- und lichtvolle Miene auf, erfreute mich einfach der Musik und der Menschen um mich, die freudig und flamencotanzend mit dem einen oder anderen Bier in der Hand ausgelassen den Abend genossen. Ein sympathischer, attraktiver Mann, der an mir vorbei musste, machte eine nette Geste: er lächelte mich an, dabei fuhr er mir kurz durchs Haar und stupste meinen Nacken. Dann ging er zu seiner Freundin und küsste sie. Sehnsucht!

Neugierig wollte ich wissen, was sich hinten im Lokal noch verbarg… Ich drängte mich durch die Menschenmenge und entdeckte einen Billardtisch. … Erinnerung! Sehnsucht! Süßer!

Eine Weile setzte ich mich an einen Stehtisch und beobachtete das bunte Treiben der menschlichen Begegnungen. Dann machte ich mich auf den Heimweg, inspizierte die gesuchte Wäscherei und kaufte noch günstiges spanisches Nutella, da ich mir Palatschinken machen wollte. Doch die Hostel-Küche war belagert von neuen Gästen – ich wollte meine Ruhe haben. Dankbar ging ich mit den nötigen Speisen in mein 6er-Zimmer, das ich glücklicherweise für mich alleine hatte, setzte mich auf das Nebenbett, aß Nutella-Brot und trank Rosé-Wein… Neben Klängen meines geliebten Eros.

Folge deinem Herzen, es kennt den Weg!

Meine Reise setzt sich fort – Von Europa nach Hawaii – mit Bildern und Highlights auf Instagram unter #fromeuropetohawaii nachzulesen.

Mehr folgt in den nächsten Ausgaben meines REISEBLOGS.

Herzensgrüße Sandra